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Mrz 15

In den Wäldern der Schweiz wütet die Fuchsräude. Aus fast allen Kantonen treffen Meldungen ein, die das Auftreten der Milbe bestätigen und von einem Massensterben in der Fuchspopulation berichten.
Eine eklige Hautkrankheit rafft zurzeit Hunderte Füchse dahin. Doch die Räude-Milben bohren sich auch in die Haut von Hunden und Menschen.
Füchse sind besonders betroffen. Auch Hunde trifft es vermehrt.

So sieht eine solche Milbe aus:


«Die Füchse kratzen sich nur noch und verenden qualvoll», so der Berner Wildhüter Romeo de Monaco. Da keine Meldepflicht besteht, ist das genaue Ausmass der Räude nicht bekannt. Klar ist: «Die Fuchsräude ist zu einem sehr grossen Problem geworden», bestätigt der Berner Parasitologe Prof. Bruno Gottstein von der Uni Bern einen Bericht der «Aargauer Zeitung». Und auch Dr. Marie-Pierre Ryser, die das Phänomen im Auftrag des Bundes untersucht, spricht von einer signifikanten Zunahme in den letzten fünf bis zehn Jahren.

Auch Hunde sind vor der Milbe nicht sicher: «Jeder Kontakt zwischen Hund und Fuchs ist eine potenzielle Risikosituation», warnt Dr. Ryser. Dr. Petra Roosje von der Uni Bern behandelt regelmässig Hunde gegen die Räude. «Doch wir sehen nur die Spitze des Eisberges», so die Tierärztin. Ihre Kollegin, Dr. Sylvia Wilhelm vom Tierspital Zürich, ergänzt: «In den letzten Jahren ist die Anzahl räudiger Hunde deutlich angestiegen. In der Regel kann die potenziell tödliche Krankheit aber gut behandelt werden.» Selbst Menschen können befallen werden. Wilhelm befragt deshalb standardmässig auch Herrchen und Frauchen, ob es sie juckt.

Der Erreger
Die Räude ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch verschiedene Milbenarten verursacht werden kann. Bei den Wildtieren spielt vor allem die Grabmilbe Sarcoptes scabiei eine Rolle. Sarkoptesmilben graben Bohrgänge in die Haut. In diesen Bohrgängen legen sie Ihre Eier ab, ernähren sich von Hautzellen und Gewebeflüssigkeit, und setzen Kot ab. Man nimmt an, dass die sichtbaren Hautveränderungen infizierter Tiere auf eine allergische Reaktion auf die Milben und ihre Abfallprodukte zurückzuführen sind.
Sarkoptesmilben können zahlreiche Säugerarten, inkl. den Menschen befallen. Bei den wildlebenden Raubtieren ist die Krankheit vor allem beim Fuchs bekannt, sie ist aber auch beim Wolf, Koyoten, Bär, Luchs, Löwe und anderen Wildfeliden beobachtet worden. Beim Schalenwild sind Gämsen und Steinböcke häufige Opfer der Krankheit. Wildschweine können auch erkranken.

Wie sieht die Krankheit beim Hund aus?

Verdächtig Symptome: Schuppenbildung im Kopfbereich: z.B. an den Ohrrändern, am Nasenrücken, um die Augen, in der Ellbogengegend, an den Sprunggelenken. Oft sind auch Unterbauch und Schenkelinnenseiten schuppig, haarlos und entzündet.

Typische Begleiterscheinung: Starker Juckreiz. Dadurch Aufscheuern, Sekundärinfektionen mit Bakterien, folglich Pusteln, Krustenbildung. Wahrscheinlich spielen auch allergische Reaktionen der Haut eine Rolle.

Wodurch wird die Krankheit verursacht?
Die Hautentzündung wird durch den Biss von Grabmilben verursacht. Die verursachende Grabmilbe (Sarcoptes scabiei) ist von Hund zu Hund übertragbar.

Wer kann sich anstecken und ist damit gefährdet?
Verschiedene Unterarten der Milbe befallen unter anderem Füchse (daher der Name Fuchsräude), aber auch Hunde, Katzen und sogar Menschen sind betroffen.

Wie sieht der Infektionsweg aus?
Die Übertragung der Milben erfolgt entweder direkt durch ein befallenes Tier oder durch Kontakt mit infiziertem Hautmaterial, z.B. Krusten. Hierbei spielt die Tierart keine Rolle, die Milbe geht von Hund zu Katze und weiter zum Menschen ohne Einschränkungen.

Wie kann man einen Verdacht bestätigen oder ausschließen?
Der Tierarzt untersucht ein so genanntes Hautgeschabsel. Unter dem Mikroskop kann die Milbe erkannt werden.

Kann man die Fuchsräude beim Hund behandeln?
Ja. Es gibt sogar Medikamente, die gleichzeitig gegen Flöhe und Magen-Darm-Würmer wirksam sind. Für unbehandelte Wildtiere verläuft die Infektion oft tödlich.

Das Wichtigste: Wie können wir vorbeugen?
1. Kontakt zu Wildtieren, besonders Füchsen, sollte für unsere Hunde sowieso tabu sein. Jagdgebrauchshunde, die am Fuchs und im Fuchsbau arbeiten müssen, sollten gut auf Hautveränderungen hin beobachtet werden und innerhalb des Verbreitungsgebietes der Milbe besser vorbeugend behandelt werden.
Vorsicht: Übersichtskarten vom Verbreitungsgebiet können eine trügerische Sicherheit vorspiegeln, denn die Infektion greift teilweise schneller um sich, als sie dokumentiert werden kann.

2. Hunde sind sehr sozial geprägte Tiere. Sie sollen spielen und brauchen den Kontakt zu Artgenossen. Natürlich können sie sich dabei untereinander mit Krankheiten und Ungeziefern infizieren. Während solcher Gelegenheiten, auf dem Hundeplatz, in Welpenspielgruppen etc., sollten Ausbilder und Teilnehmer auf Hunde mit Hautveränderungen achten. Innerhalb der Gruppen sollten die Hundebesitzer über die Krankheit aufgeklärt werden.

3. Infektiöses Hautmaterial kann über Holzboxen auf dem Hundeplatz, Matten, Unterlagen im Hänger oder Bürsten einnisten. Ein gründliches Säubern und regelmäßiges Desinfizieren hilft bei der Eindämmung der Verbreitung, insbesondere, wenn die Boxen von unterschiedlichen Hunden genutzt werden. Textilien müssen mit mehr als 60°C gewaschen werden.

4. Freilaufende Katzen können sich ebenso infizieren und die Milben weiter übertragen. Auch bei unseren Stubentiger sollte wachsam auf Hautveränderungen geachtet werden.

5. Sollten Hund oder Katze Hautveränderungen zeigen, unbedingt beim Tierarzt untersuchen lassen, besonders bei hochgradigem Juckreiz.

6. Erkrankte Tiere konsequent behandeln und an die Ansteckungsgefahr für andere denken. Ein Hund mit einem stark juckenden Ekzem gehört nicht auf den Hundeplatz.


PDF zur Fuchsräude vom Pathologischen Institut, Bern


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